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Begräbnisfeier

Die Begräbnisfeier

Einen geliebten Menschen verlieren zu müssen, ist eine schmerzliche Erfahrung. Es tut weh, wenn der Verstorbene nicht mehr da ist. Wir wissen, dass der Tod zum Leben gehört. Und doch verdrängen wir allzu oft diese Tatsache. So kann es passieren, dass wir bei einem Sterbefall plötzlich hilflos dastehen. Es tut dann gut, Menschen an der Seite zu wissen, die in dieser Situation einem Beistehen und in der Trauer begleiten. Auch der christliche Glaube ist im Angesicht des Todes ein Anker der Hoffnung.

Wie schon der Apostel Paulus in seinem Brief an die Thessalonicher schreibt, trauern Christen nicht „wie jene, die keine Hoffnung haben.“         (1 Thess 4,13). Der Tod eines Menschen wird dabei im Licht der Auferstehung gesehen. Bei der Beisetzung am Grab betet der Zelebrant u.a.: „Christus, der von den Toten erstanden ist, wird auch unseren Bruder/unsere Schwester zum Leben erwecken.“

Gottes Sohn ist nicht für sich am Kreuz gestorben und am dritten Tag von den Toten auferstanden. Sein Sterben und Auferstehen geschah für uns Menschen. „Mit Christus wurden wir in der Taufe begraben und sind mit ihm auferstanden zum neuen Leben“. Christen glauben an die Auferstehung mit Leib und Seele. Das meint, dass nicht nur der Geist des Menschen oder nur seine Seele weiterleben. Der ganze Mensch, mit all dem, was ihn auf Erden ausgemacht hat: seine Individualität, seine Geschichte, sein ganzes Ich, seine Persönlichkeit erhält Gott in Ewigkeit. Und der Mensch ist von Gott als Leib-Geist-Seele-Wesen erschaffen. Mit verklärtem, unsterblichem Leib wird er so auch auferstehen. Weil in den Augen Gottes jeder Mensch einzigartig und genau so gewollt ist. Christen glauben deshalb auch nicht an die Wiedergeburt, denn sie widerspricht der Einzigartigkeit eines jeden Menschen.

Und so ist die christliche Begräbnisfeier geprägt von der österlichen Hoffnung auf die Auferstehung der Toten. Dabei wird des Verstorbenen gedacht und dessen Leben gewürdigt. Die Trauergemeinde betet für den Verstorbenen. Und die liturgischen und biblischen Texte künden von der Frohen Botschaft der Auferstehung und des ewigen Lebens. Die Worte und Zeichen der Begräbnisfeier können so einen Halt für die Trauernden geben. Sie sind wie ein Seil, an dem sie sich festhalten können.

Was ist zu tun bei einem Sterbefall?

  • Wenden Sie sich an ein Beerdigungsinstitut. Der Bestatter ist Ihr erster Ansprechpartner. Geben Sie Ihrem Bestatter Ihre Wunschtermine für die Beerdigung bekannt.
  • Der Bestatter kümmert sich um alle Formalitäten. Er setzt sich auch mit dem Pfarrer in Verbindung.
  • Der Bestatter legt in Absprache mit dem Pfarrer und der Verwaltung den Beerdigungstermin fest und teilt diesen Ihnen mit.
  • Der Seelsorger, der die Beerdigung dann vornehmen wird, meldet sich bei Ihnen, um ein Gespräch mit Ihnen zu vereinbaren (Trauergespräch).
  • Die Bestellung von Sterbeämtern nimmt das Pfarrbüro (Sekretärin) entgegen.

Wie verläuft eine Begräbnisfeier?

In der Regel beginnt das Begräbnis mit einer Trauerfeier in der Leichenhalle auf dem Friedhof. Dort wird für den Verstorbenen gebetet. Eine Lesung aus dem Neuen Testament kündet von dem Glauben an die Auferstehung, und in einer kurzen Ansprache wird des Lebens des Toten noch einmal gedacht. Nach Anrufungen und einem Gebet zieht die Trauergemeinde hinter dem Sarg/der Urne zum Grab. Dort wird der Sarg/die Urne eingesegnet: Er/Sie wird mit Weihwasser besprengt, mit Weihrauch inzensiert und mit Erde bedeckt. Es folgen ein Fürbittgebet, Vater unser, Mariengruß und ein abschließendes Wort. Danach können alle Anwesenden persönlich am Grab Abschied nehmen.

Ist die Feuerbestattung erlaubt?

Seit 1964 ist die kirchliche Einsegnung des Leichnams vor dessen Verbrennung und die Bestattung der Urne erlaubt. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Eine Einsegnung des Leichnams im Sarg vor der Einäscherung. Sie findet im Rahmen einer Trauerfeier in der Leichenhalle des Friedhofs statt. Die Beisetzung der Urne geschieht dann zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis. Auf Anfrage kann Pastoralreferent Jäger die Urnenbeisetzung vornehmen. Ansonsten übernimmt dies der Bestatter.
  2. Die Beisetzung der Urne nach der Einäscherung. Dabei ist der Ablauf derselbe wie bei einer Erdbestattung: Trauerfeier in der Leichenhalle, anschließend Beisetzung der Urne am Grab.

Wird auf allen Friedhöfen eine Begräbnisfeier begangen?

In unserer Pfarrei sind Pfarrer Mach, Gemeindereferent Müller und Pastoralreferent Jäger zuständig für katholische Beerdigungen auf den Friedhöfen in Kandel, Erlenbach, Minfeld, Freckenfeld, Winden, Schaidt, Vollmersweiler, Hergersweiler, Dierbach und Steinweiler.

Ist eine kirchliche Beisetzung in der Bienwaldruhe in Kandel möglich?

Die Bienwaldruhe ist ein Bestattungsareal im Kandeler Wald gegenüber dem Naturfreundehaus, das von der Stadt eingerichtet worden ist. Mittlerweile haben sich die Bedingungen für ein christliches Begräbnis dort wesentlich verbessert - u.a. befinden sich dort Namensschilder der Verstorbenen an den Bäumen, ein zentraler Platz mit Rednerpult und Bänken sowie christliche Symbole.  Deshalb ist eine Bestattung der Urne an einem Baum in der Bienwaldruhe nach katholischem Ritus mittlerweile möglich. Allerdings stellt diese Bestattungsform im Gegensatz zum örtlichen Friedhof keinen Idealzustand für uns Christen dar. Zur weiteren Information empfehlen wir das Heft „Tote begraben und Trauernde trösten. Bestattungskultur im Wandel aus katholischer Sicht“ aus der Reihe „Arbeitshilfen“ der Deutschen Bischofskonferenz (DB 081).

Möglich sind mehrere Formen der Trauerfeier in der Bienwaldruhe:

Trauerfeier mit Sarg vor der Einäscherung in der Friedhofshalle. Die Beisetzung der Urne am Baum findet dann zu einem späteren Zeitpunkt statt.

Trauerfeier und Urnenbeisetzung während einer Feier direkt in der Bienwaldruhe.

Selbstverständlich kann auch ein Sterbeamt für den Verstorbenen gefeiert werden (in den Werktagsgottesdiensten der jeweiligen Pfarrgemeinde).

Zuständig für eine kirchliche Bestattung in der Bienwaldruhe ist der jeweilige Seelsorger des Wohnortes, in dem der Verstorbene zuletzt gelebt hat. Wenn der Verstorbene außerhalb unserer Pfarrei gewohnt hat, wenden Sie sich bitte an das auswärtige Pfarramt am Wohnort des Toten.

Kann ein aus der Kirche Ausgetretener kirchlich beerdigt werden?

Wer aus der Kirche ausgetreten ist, bekundet damit auch seinen Willen, nichts mit der Gemeinschaft der Kirche zu tun haben zu wollen. Insofern ist im Sterbefall keine kirchliche Beerdigung möglich. Allerdings kann dies für die Angehörigen schwer nachvollziehbar sein. Wenn Sie als Angehörige seelsorglichen Beistand möchten, sind wir gerne zu einem Gespräch bereit.