Kirche

ChorraumDie Kandeler Kirche St. Pius ist ein gutes Beispiel für die nach dem Zweiten Weltkrieg erbauten Gotteshäuser in der Diözese Speyer.
Jahrhundertelang teilten sich Katholiken und Protestanten die alte St. Georgskirche, ein sogenanntes "Simultaneum". Seit 1684 war der kleinere Chorraum "katholisch", das Langhaus "protestantisch". Da die Schlüsselgewalt in protestantischer Hand lag, kam es immer wieder zu Differenzen zwischen den beiden Konfessionen.

Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Katholikenzahl Kandels wegen der vielen Flüchtlinge anstieg, konnte der Traum wahr werden: Am 17.11.1957 wurde der Grundstein für eine eigene katholische Kirche in Kandel gelegt, und ein Jahr später, am 19.10.1958 konnte das Gotteshaus durch Bischof Isidor Emanuel geweiht werden. Als Kirchenpatron wurde Papst Pius X. erwählt, der 1903-1914 die Kirche leitete. Architekt der neuen St. Piuskirche war Dipl. Ing. Eugen Beuerlein vom Bischöflichen Bauamt Speyer.

Der Kirchenraum hat eine quadratische Form und erinnert mit seinen hohen, fast schmucklosen Wänden und den hoch gelegenen, kleineren quadratischen Fenstern an den Stil der mittelalterlichen Zisterzienserklöster. Schlicht und anmutig, den Blick zum Altar lenkend, soll der Innenraum wirken.

Nach der letzten Innenrenovierung im Jahre 2009 wirkt dieser hell und einladend. Den Blick auf den Chorraum mit seinem Altar lenkend, besitzt unsere Kirche daher auch wenig bauliche Zierde: mehrere Heiligenfiguren sind an den Wänden angebracht, auf der Ostseite eine Marienstatue und ein moderner Kreuzweg des Karlsruher Bildhauers Frido Lehr. Vor allem der große bronzene Papst Pius X., der an der Chorwand angebracht ist, fällt dem Besucher gleich ins Auge. Es ist ein kupfergetriebenes Relief des Münchner Künstlers Werner Schreiner.

Unsere Kirche wirkt hell und einladend, schlicht und freundlich zugleich.

Leider ist der Kirchenraum seit der Renovierungsarbeiten außerhalb der Gottesdienstzeiten geschlossen. Zum stillen Gebet lädt allerdings an der Seite des Hauptportals unsere Marienkapelle ein, die tagsüber durchgängig geöffnet ist. Dort können Sie eine Kerze entzünden und vor dem Bildnis der schmerzhaften Mutter Gottes im Gebet verweilen.

 Kirchen Rundgang